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Dimitri Hegemann
Dimitri Hegemann ist der Gründer des legendären Techno-Clubs Tresor im Berliner Bezirk Kreuzberg. Schon in den frühen 80ern bewegte er die Underground-Szene mit dem Atonal Festival und hilft heute mit der Agentur Happy Locals Events zu etablieren und Jugendliche zu ermutigen, ihre Ideen zu verwirklichen.

Mit welchen Problemen haben die Jugendlichen Ihrer Meinung nach in der Uckermark zu kämpfen?

Es sind die fehlende Anerkennung durch die Alten und Langeweile. Es gibt keine Angebote für die Jugendlichen, sich abzugrenzen, sich selber zu definieren, sich ihre eigene Welt zu schaffen. Den jungen Rebellen wird nicht ernsthaft zugehört. Dabei gibt es unter den Jugendlichen einer Kleinstadt immer gewisse Querdenker, insbesondere querdenkende Macher, die etwas machen wollen. Sagen wir, sie wollen mithelfen etwas zu organisieren oder sogar etwas „Nachhaltiges“ aufzubauen, etwas, was in dem jeweiligen Ort eher selten und ungewöhnlich ist oder eher nicht gewünscht wird von den Autoritäten, sprich Verwaltung: eine Party, ein Festival, eine Galerie, Street Art.

Welche Freizeitangebote sollten mehr gefördert werden?

Teuer sanierte städtische Jugendzentren funktionieren nicht, die Räumlichkeiten sind meistens totsaniert, alles ist weiß, alles fertig, keine Seele. Dazu kommt, dass die Leitung versagt und nicht weiß oder sich nicht wirklich bemüht, mit den Jugendlichen zu arbeiten. Was soll unter solchen Bedingungen passieren? Freizeitangebote könnten so aussehen, dass zunächst ein lösungs- orientierter Dialog zwischen Entscheidungsträger und Jugend (den Machern) aufgenommen wird - gestützt durch Moderatoren wie die Happy Locals, die beide Sprachen kennen. Die konkreten Angebote kommen dann automatisch von den Jugendlichen. Diese Vorschlägedurch die Jugend passen auch in das jeweilige Städtchen. Aber der Bürgermeister und sein Team muss „JA“ sagen zu diesen Ideen und erkennen, dass nur ein gemeinsamer Weg der Stadt eine lebendige Zukunft

Was soll unter solchen Bedingungen passieren?

Freizeitangebote könnten so aussehen, dass zunächst ein lösungsorientierter Dialog zwischen Entscheidungsträger und Jugend (den Machern) aufgenommen wird - gestützt durch Moderatoren wie die Happy Locals, die beide Sprachen kennen. Die konkreten Angebote kommen dann automatisch von den Jugendlichen. Diese Vorschläge bringen kann.

Wie können die Politiker und Entscheidungsträger Freiräume schaffen?

Fast alle Städte besitzen Liegenschaften, die sie nicht nutzen. Kids wollen sich ihre eigene Welt aufbauen. Und das geht prima. Sie benötigen eine Ruine von der Stadt ( www.teenhold.de) und schon fangen sie an zu basteln und sind glücklich bei der Arbeit. Das ist dann eine echte Herausforderung. Und sie werden es schaffen. Und in dieser Ruine entsteht ein modernes Kommunikationszentrum und Jugendpolitik findet in diesem Haus statt. Die Verwaltung hat Angst, traut den Kids nichts zu, obwohl sie 18 jahre alt sind. Soldat darfst du werden mit 18 oder in die Ehe ziehen, Verträge unterschreiben usw. Das wird 18jährigen zugebilligt. Hier fehlt einfach Vertrauen, das, wenn es auch hin und wieder enttäuscht wird, dennoch die Grundvoraussetzung für ein friedliches Miteinander und eine strahlende Stadt bleibt.

Wofür steht die Agentur Happy Locals?

Die Happy Locals wollen Einheimische glücklich machen. Sie helfen hier, alt und jung zusammenzubringen. Sie ermutigen beide Seiten, mit einfachen Mitteln zufrieden in einer Stadt zusammen zu leben und diese Stadt zum Blühen zu bringen. ( happylocals.org) Wenn die Jugendlichen eine Wertschätzung erfahren, dass sie ernst genommen werden, dass man ihnen den notwendigen Raum real gibt und mit ihnen seitens der Verwaltung spricht: „Ihr seid wichtig! Mit Euch zusammen werden wir unsere Stadt wieder neue Impulse geben können!“ , dann passieren Wunder. Eines ist die Tatsache, dass die junge Intelligenz bleibt und nicht abwandert. Und das ist viel wert.